Ich muss zum Training!

Sep 7 '14

Ich muss zum Training!

Heute war ich im Wald laufen, wie so viele andere auch und so kamen mir natürlich auch andere Läufer entgegen. Nach dem dritten oder vierten, fiel mir auf, dass alle einen sehr angestrengten, manche fast leidenden Gesichtsausdruck hatten. Die erste Frage, die mir durch den Kopf ging, machte ich auch so ein verkniffes, angestrengtes Gesicht? Dann fielen mir ganz im Gegensatz dazu, die Spaziergänger auf: Einer lächelte, andere unterhielten sich miteinander, schauten genussvoll auf den See oder beobachteten die Enten. Irgendwie sahen sie glücklicher aus und die Spaziergänger genossen ihren Aufenthalt im Freien. Warum sahen dann die Läufer so ernst, sogar verbissen aus? Komisch, denn hatten sie sich nicht wie ich auch freiwillig entschieden laufen zu gehen?

Als ich am See ankam, lief ein Hund immer zwischen Ufer und in den Wald hin und her. Es sah aus als spielte er mit sich selbst und er hatte einen Riesenspaß dabei. Dieser Hund freute sich, dass er sich bewegen und laufen konnte. Während ich diesen Hund so beobachtete, wunderte ich mich, warum all’ die Läufer, die ich getroffen hatte, eher lust- und freudlos aussahen. Hatten sie sich nicht wie ich auch oder der Hund freiwillig entschieden zu laufen? Scheinbar freuen wir uns Menschen nicht, wenn wir uns bewegen können – ganz im Gegensatz zu dem Hund. Überlegen Sie mal, wie häufig Sie den Satz hören, „ich muss heute Abend zum Training“, „Heute muss ich noch meine 7,4 km laufen“. Das Wort „muss“ zeigt, dass wir uns einen Zwang auferlegen.

Viele Menschen starten Ihr Training oder auch den Besuch des Fitness-Studios mit Spaß und häufig auch mit einem Ziel: Das ein oder andere Kilos endlich los zu werden, der andere mit der Erwartung natürlich fitter zu werden, etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Ziele kennen wir aus dem beruflichen Leben und wir wissen, um Ziele zu erreichen, brauchen wir einen Plan. Und so starten wir mit einem Plan für unsere Freizeit und gehen immer montags, mittwochs und am Freitag in’s Fitness-Studio oder jeden 2. Tag laufen und dazwischen widmen wir uns dem Krafttraining und Stretching. So ist unser Plan gemacht und nun brauchen wir diesen ja nur noch abarbeiten. Abarbeiten – wir kommen aus dem Büro, von der Arbeit und unterwerfen uns nun wieder dem Arbeiten, auch wenn es unser eigner Plan, unsere eigene Soll-Vorgabe ist. Leider lassen wir uns zu wenig Raum für Freiheit, Spaß und den Genuss an der Bewegung. Das Abarbeiten, das reine Erfüllen eines Solls ist per se ein Muss und eben kein ich will.

Vielleicht hilft es uns, öfter mal das “ich muss” durch ein “ich will” oder “ich möchte” bereits im Kopf zu ersetzten um so auch mit mehr Freude an der Bewegung, an unserem Training zu finden. Das Bewegen in der Natur hilft uns zusätzlich den Kopf frei zu bekommen, aus dem täglichen Stress mal raus zu kommen und auf uns selbst zu besinnen. Schließlich ist es unsere eigene Zeit, die wir endlich mal mit unserem Körper verbringen dürfen und hoffentlich auch wollen. Dabei ist dann die Sportart ganz egal und jeder findet seine eigene mit Genuss, Spass und dann einem Lächeln auf dem Gesicht!

Passende Posts

Kommentare sind deaktiviert

Top