Trainer des Monats – Jean-Claude Nelson “bluebird pilates munich”

Dez 3 '13

Trainer des Monats – Jean-Claude Nelson “bluebird pilates munich”

Bitte stelle Dich vor – Wer bist Du und was machst Du?
Mein Name ist Jean-Claude Nelson, ich bin Inhaber des Bluebird Pilates Studios in München und zertifizierter Romanas Pilates Trainer (True Pilates New York).

Wie sieht ein typischer Tagesablauf bei Dir aus?
In der Regel bin ich um halb acht im Studio, um die erste Unterrichtseinheit um acht Uhr beginnen zu können. Gegen 13 Uhr gehe ich dann Mittagessen. Meistens zum Vietnamesen für einen Reisnudelsalat, oder zum Viktualienmarkt für einen leckeren Falafelteller mit extra viel Humus. Gerne besuche ich auch ein japanisches Restaurant für ein Sushi mit Tempura Udonsuppe. Bevor ich um 15:00 Uhr mit den nächsten Trainingsstunden fortfahre, beantworte ich Emails und entwerfe vielleicht noch eine neue Nachricht für die Facebook Fanseite des Studios. Den letzten Kunden unterrichte ich meistens bis 21:00 Uhr. Mein eigenes Training absolviere ich gerne in der Nacht, was vielleicht noch aus meiner Zeit als Tänzer stammt, weil dort die Höchstleistung erst am Abend erbracht werden musste.

Wie oft trainierst Du und wie sieht Dein Trainingsplan aus?
Ich versuche 3 bis 4mal pro Woche zu trainieren. Meistens kombiniere ich ein kurzes Mattenprogramm mit dem Reformer. Dann kommen noch einige Übungen auf dem Chair und Cadillac dazu. Einmal in der Woche widme ich mich ausschließlich einem Gerät, um alle Übungen von “Basic” bis “Advanced” auszuführen.

Wo/bei wem hast Du Pilates gelernt bzw. wie bist Du Pilatestrainerin geworden?
Wie so viele Tänzer, kam ich zum Pilates durch eine Verletzung. Bei einem Motorradunfall, in der Zeit als ich Solist beim Ballett von Monte-Carlo war, zog ich mir eine schwere Knieprellung zu. Kurze Zeit danach war die Kompagnie zu einem Gastspiel in Montreal eingeladen. Obwohl das Knie noch nicht ganz verheilt war, nahm ich an dieser Tournee teil. Durch das ständige Kompensieren musste ich wenig später am anderen Knie operiert werden. Dies war der Beginn eines sehr langen Heilungsprozesses, der weitere 3 Operationen nach sich zog. Trotz intensiver Reha Maßnahmen, schaffte ich es nicht meine volle Leistung zurückzugewinnen und ich war  gezwungen meine Tanzkarriere zu unterbrechen. Viele Ärzte versicherten mir sogar, dass mein Knie nie wieder der Belastung eines Profitänzers standhalten würde.

Der einzige Arzt der die Hoffnung nicht aufgeben wollte, war mein Hausarzt aus München, Herr Dr. Müller-Wohlfahrt (Mannschaftsarzt des Bayern Münchens und der deutschen Nationalmannschaft), der mich weiter therapierte. Parallel dazu begann ich mit dem Pilates Training. Ein ehemaliger Tänzer der Kompagnie hatte gerade das erste Pilates Studio in Monte-Carlo eröffnet, das nach der Pilates Methode von Alan Herdman (Balanced Body London) unterrichtete. Das Training half mir sehr und machte mir viel Spaß. Weil ich noch nicht weiter tanzen konnte, entschied ich mich eine Pilates Ausbildung zu absolvieren. Bei dem heutigen Angebot fiel es mir nicht leicht mich zu entscheiden. Ich begann zu recherchieren und probierte mehrere Pilates Methoden aus. Bei einem Besuch meiner Verwandten in New York nutzte ich die Zeit, um bei True Pilates New York Unterricht zu nehmen. Dort kam ich zu dem Entschluss, dass ich die klassische, authentische Methode erlernen wollte. Als ich Romana Krysanowska das erste Mal traf, war mir klar, dass ich mich für die richtige Ausbildung entschlossen hatte. Diese absolvierte ich hauptsächlich in Den Haag (The Pilates Studio of the Netherlands, Marjorie Oron, Level II Romanas Pilates). Nach ca. zwei Jahren wurde ich von Romana Krysanowska zertifiziert.

Wie kam die Idee, ein eigenes Pilates Studio zu eröffnen?
Nachdem ich über fünfzehn Jahre im Ausland gelebt hatte, wollte ich wieder näher bei meiner Familie sein und entschloss mich in meine Heimatstadt München zurück zu kehren. Da es dort kein klassisches Pilates Studio gab und ich schon immer den Traum hatte mich selbstständig zu machen, entschied ich mich mein eigenes Studio zu eröffnen.

Welche ist Deine Lieblings-Übung und warum?
Eine wirkliche Lieblings-Übung habe ich nicht. Ich sehe die Pilates-Methode als Ganzes und liebe die systematische Struktur. Mit den “Hundreds” wird dieser Ablauf für mich in Gang gesetzt, und dafür liebe ich sie. Ich falle dann, für die Dauer des Trainings, in einen extrem fokussierten Zustand.

Worin liegt der Unterschied zwischen Männern und Frauen beim Ausführen von Pilates?
Ein großer Unterschied liegt natürlich in der Physiologie der Körper. Männer haben, wegen ihres höheren Testosteron-Spiegels, mehr Kraft und Muskelmasse. Frauen haben ein breiteres Becken und offenere Hüften. Beides bringt, je nach Pilates-Übung, Vor-und Nachteile mit sich. Verallgemeinernd kann man sagen, dass Männer stärker und Frauen dehnfähiger sind. Deshalb lege ich den Schwerpunkt im Training gerne anders. Ein weiterer Punkt, sind psychologische Aspekte, die durch kulturelle und soziale Gegebenheiten beeinflusst werden. Metaphern, Wortschatz und Tonfall sollten daher variieren.

Dein schönstes/außergewöhnlichstes Erlebnis im Zusammenhang mit den Schülern?
Erfolgserlebnisse mit Kunden zu teilen ist mit Sicherheit das Schönste an meinem Beruf. Einer meiner Kunden kam mit einem konkreten Ziel zu mir. Er wünschte sich nichts Anderes als wieder selbständig, ohne auf Hilfe angewiesen zu sein, seine eigenen Schuhe an- und ausziehen zu können. Der Herr, im Alter von 74 Jahren, hatte eine so stark verkürzte Muskulatur, besonders im Rückenbereich, dass seine Lebensqualität dadurch extrem beeinträchtigt wurde. Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, als der Kunde mit einem strahlenden Lächeln ins Studio kam, um mir mitzuteilen, dass er seine Freiheit und Unabhängigkeit wiedererlangt habe.

Wie wichtig ist der Glaube an Dich selbst für Dich persönlich und Deinen Job?
Der Glaube an einen selbst ist natürlich als Pilatestrainer, wie aber auch bei anderen Jobs, extrem wichtig. Ich haben viel mit Menschen zu tun, die ich sowohl körperlich als auch geistig aufbaue. Eine Grundvoraussetzung dafür ist der Glaube an und das Vertrauen zum Trainer. Das muss man natürlich auch selbst ausstrahlen.

Hast Du einen Leitspruch oder Zitat?
Live what you teach and teach what you live.

www.bluebirdpilates.com

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