Trainer des Monats – Reiner Grootenhuis “Pilates Powers”

Mai 1 '14

Trainer des Monats – Reiner Grootenhuis “Pilates Powers”

 

Bitte stelle Dich vor – Wer bist Du und was machst Du?

Mein Name ist Reiner Grootenhuis, ich bin 48 Jahre alt, Diplom-Psychologe, Master of Business Adminstration und Inhaber des pilates-powers Studios in Tönisvorst. Daneben manage ich die Gruppe pilates-contrology-forum auf Facebook, ein Forum für Pilates-Lehrer mit 3.900 Teilnehmern aus der ganzen Welt. (Wer mehr über das Forum und die Hintergründe erfahren möchte, findet hier ein Video-Interview)

Wie sieht ein typischer Tagesablauf bei Dir aus?

Morgens Frühstück mit der Familie und dann ab 8 Uhr 30 Unterricht im Studio bis Mittags. Dann gemeinsames Essen mit der Familie und Nachmittags wieder bis in den Abend unterrichten.

Wie oft trainierst Du und wie sieht Dein Trainingsplan aus?

Ich trainiere wochentags normalerweise ein bis zwei Stunden pro Tag Pilates und einmal die Woche Gyrotonic.

Wo /bei wem hast Du Pilates gelernt bzw. wie bist Du Pilatestrainer geworden?

Mein Weg zu Pilates startete mit Tai Chi, welches uns unser Englischlehrer morgens vor der Schule beibrachte. Während meines Studiums an der Universität Bamberg traf ich den Kung Fu Meister Andreas Hoffmann und lernte über 10 Jahre die chinesische Süd Shaolin Kampf- und Heilkunst Weng Chun von ihm. Nach Abschluss meines Psychologiestudiums gründete ich 1992 eine noch heute existierende Weng Chun Kung Fu Schule in Würzburg und betrieb diese bis 1995. Parallel hatte ich angefangen in der Industrie zu arbeiten und zunehmend traten sportliche Aktivitäten in den Hintergrund, mit den typischen Folgen: Übergewicht, Unbeweglichkeit und das Gefühl älter zu sein als das Lebensalter anzeigt.

Auf der Suche nach einem ganzheitlichem System, um mich wieder fit zu machen, wurde ich bei Pilates fündig. Nachdem ich merkte wie gut mir Pilates bekam, wollte ich mehr wissen und mehr lernen als man üblicherweise als Pilates-Kunde vermittelt bekommt. Also begann ich parallel zu meiner beruflichen Tätigkeit die Ausbildung zum Pilates-Trainer für Matte und Geräte bei BASI (Body Arts & Science International). Ausgebildet wurde ich von Miriam Friedrich Honório, die ich heute noch als Mentorin in meinem Pilates-Weg sehe.

Wie kam die Idee, ein eigenes Pilates Studio zu eröffnen?

Am Anfang der Pilates Ausbildung dachte ich noch, vielleicht würde ich im Rentenalter etwas Pilates unterrichten. Durch das eigene Unterrichten während der Ausbildung wurde der Wunsch immer stärker, Menschen auf ihrer Körperreise zu begleiten. Nach meiner Ausbildung mietete ich Räume an, in denen ich am Wochenende ein paar Stunden nebenbei unterrichten könnte. Im Rahmen einer Restrukturierung meines damaligen Arbeitgebers ergriff ich die Chance und hängte meinen Job an den Nagel, um im März 2012 das pilates-powers Studio zu eröffnen.

Welche ist Deine Lieblings-Übung und warum?

Der Open-Leg-Rocker! Das Anleiten der Übung durch das Lösen und Sinkenlassen der Lendenwirbelsäule und Wippen von einer Position zur anderen geben mir das Gefühl von Mühelosigkeit und Gleiten. Ein Gefühl welches ich versuche auch in anderen Übungen im Pilates beizubehalten, auch wenn sich die Muskulatur sehr anstrengt.

Worin liegt der Unterschied zwischen Männern und Frauen beim Ausführen von Pilates?

Männer bevorzugen nach meiner Erfahrung im Pilates meist eine höhere Übungsintensität. Das kann man auch daran erkennen, dass der Männeranteil im Studio generell bei ca. 20 Prozent liegt, bei unseren intensiven Workout Stunden jedoch bei 50%.

Dein schönstes/außergewöhnlichstes Erlebnis im Zusammenhang mit den Schülern?

Kurz nach der Eröffnung meines Studios begann eine Dame bei mir zu trainieren, die gerade die Ausbildung zur Pilates Mattentrainerin hinter sich, die Prüfungen aber noch vor sich hatte. Sie war über 50, war eher unsportlich, hatte eine Reihe von Einschränkungen und tat sich bei den meisten der Mattenübungen schwer bzw. konnte diese nicht ausführen.

Die Aufgabe, alle Übungen des Mattenprogramms für eine zukünftige Prüfung turnen zu können, war also sehr herausfordernd. Eine weitere Einschränkung war, dass sie die Pilates Studiogeräte per se nicht mochte und sich weigerte diese zu nutzen, um sich den Mattenübungen anzunähern. Einmal die Woche nahm sie eine Anreise von fast 100 km mit Zug und Straßenbahn auf sich, und Stunde um Stunde fanden wir gemeinsam Wege und Lösungen, um ihren Körper mit den Übungen vertraut zu machen. Nachdem sie ca. 95% der Mattenübungen konnte, hörte sie auf zu kommen und ich hörte viele Monate nichts von ihr.
Eines Tages kam plötzlich ein Paket im Studio an. Eine Geschenkbox mit einer Postkarte. Sie hatte ihre Mattenprüfung erfolgreich bestanden und bedankte sich bei mir. Ein unglaubliches Gefühl von Glück und Dankbarkeit einer Kollegin auf diesem Weg geholfen zu haben.

Verrate unseren Lesern Dein Trainings-Geheimtipp!

Immer den Weg der Mühelosigkeit bei gleichzeitig guter Form suchen.

Wie ernährst Du Dich?

Überwiegend vegan.

Was ist Dein Lieblingsgericht?

Tarte Tatin mit jungen Roten Beten mit Lauch Vinaigrette (aus Hugh Fearnley-Whittingstall “Täglich vegetarisch”)

Was sind Deine Tipps um fit und glücklich zu bleiben?

Jeden Tag die Frage ehrlich beantworten: Habe ich heute meine Talente so gut ich konnte gelebt? Falls ja, weiter so. Falls nein, was muss ich ändern.

Was tust Du, um zu entspannen?

Meinen beiden Kois und ihren Babys beim mühelosen Gleiten zusehen.

Hast Du einen Leitspruch oder Zitat?

Ja, sogar zwei:
1. Heinz von Foerster “Handle stets so, dass die Anzahl der Wahlmöglichkeiten größer wird”

2. Ein Koan aus dem Bi Yän Lu – Niederschrift von der smaragdenen Felswand:
Yün-men richtete bei der Unterweisung folgende Worte an seine Hörer: „Nach den letzten fünfzehn Tagen frage ich euch nicht. Sagt mir einen Satz zu den nächsten fünfzehn Tagen.” In das Schweigen sagte er an Stelle der Gefragten dann selbst: „Tag um Tag ein guter Tag.“

Herzliche Grüße, Reiner

Website: http://www.pilates-powers.de/

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